Wie komme ich als Freiberufler an Jobs oder an Stellenangebote? Diese Frage stellt sich jeder Freiberufler. Entweder in der Anfangsphase, wenn man sich noch keinen etablierten Kundenstamm aufgebaut hat. Oder in Krisenzeiten, wenn man einen großen Kunden verloren hat. Das Seltsame an dieser Situation: Während es für Festangestellte zahlreiche Jobbörsen gibt, ist der Markt für freiberufliche Aufträge deutlich intransparenter.

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Projektbörsen im Internet

Online-Projektbörsen sind zwar lange nicht so ausgeprägt wie Jobbörsen für Festangestellte. Trotzdem gibt es einige Möglichkeiten. Zum Beispiel den „Freiberufler-Projektmarkt“ bei Xing (für Premium-Mitglieder), wo sich branchenübergreifend Jobs finden. Ein Anbieter, der Projekte an Freelancer vermittelt ist „Projektwerk„. Allerdings kostet solch ein Service auch Geld. Letzlich sind es Marketingkosten, so wie die Erstellung einer eigenen Website und andere Werbemaßnahmen für Freiberufler.

Außerdem gibt es für praktisch jede Branche eigene spezialisierte Projektbörsen, meistens in Form von Foren. Wer zum Beispiel als freier Journalist arbeitet, der kann über Plattformen wie „Die Redaktion“ Artikel zweitverwerten. Wer als freiberuflicher IT-Profi arbeitet, kann sich Jobs über die Plattform Gulp vermitteln lassen.

Einige Projektbörsen in der Übersicht:

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(Unaufdringliche) Kaltakquise

Für viele Freiberufler ist es die Horrorvorstellung schlechthin: die Kaltakquise. Soll man sich wirklich einem unbekannten Menschen per Telefon aufdrängen? So wie ein Staubsauger-Vertreter, der an der Tür steht und sturmklingelt? Ganz so schlimm ist es dann doch nicht. Aber klar ist: Wer Kaltakquise betreibt, muss voll dahinter stehen. Sonst sollte man es gleich besser lassen. Und man muss damit leben, dass wahrscheinlich von 30 Anrufen nur ein Kontakt Erfolg hat.

Eine unaufdringliche Möglichkeit der Kaltakquise ist eine schriftliche Anfrage. Viele Unternehmen schreiben Jobs für Festangestellte aus. Wer mitbekommt, dass ein interessantes Unternehmen schon mehrfach eine Stelle ausgeschrieben hat, die man als Freiberufler gut füllen könnte, macht es durchaus Sinn seine Dienste anzubieten. Natürlich nicht als Festangestellter, sondern als Freiberufler. So bekommt man einen Fuß in die Tür. Viele Unternehmen haben außerdem einen internen Pool von Freiberuflern. Man kann bei den großen Firmen anfragen, ob es solche Pools gibt und wie man sich bewerben kann.

Gleichzeitig schult man sich durch solche Anfragen gleich selbst. Denn viele Freiberulfer können Ihre Dienstleistung nicht verkaufen. Sie haben Hemmungen zu beschreiben, wo Ihre Kompetenzen liegen und wie viel sie kosten.

Eigenes Netzwerk

Es klingt banal. Aber das eigene Netzwerk ist immer noch der erfolgsversprechendse Kanal für neue Jobangebote. Leider pflegen viele Freiberufler ihr Netzwerk nicht. Oder sie haben gar keins. Wer als Freiberufler startet, sollte sich deswegen Stück für Stück ein eigenes Netzwerk aufbauen. Wer etwa als freiberuflicher Fotograf arbeitet, der sollte perspektivisch einen Grafiker und einen Journalisten an der Hand haben. So kann man sich gegenseitig Jobs vermitteln. Auch über Berufsverbände kann man gute Kontakte knüpfen, sei es auf Veranstaltungen oder auf Seminaren und Weiterbildungen.

Was viele Freiberufler nicht verstehen: Die Kunst des Netzwerkens besteht darin, dass man selbst erst einmal gibt – anstatt zu erwarten, dass man etwas bekommt. Netzwerken ist wie eine Investition: Wenn man jemandem einen Gefallen tut, bekommt man garantiert etwas zurück – nur wann und in welcher Form, das weiß man noch nicht. Mit der Zeit wird das eigene Netzwerk zur Jobmaschine und man bekommt Monat für Monat neue Aufträge vermittelt. Eine gute Möglichkeit, sich ein eigenes Netzwerk aufzubauen, ist auf LinkedIn aktiv zu sein.

Bewerbung als Freiberufler

Auch Freiberufler müssen häufig Bewerbungen schreiben. Zum Beispiel bei einer größeren Ausschreibung oder bei anderen Akquise-Möglicheiten. Wer also als Freiberufler eine Bewerbung schreibt, der steht häufig vor der Frage: Was soll ich schreiben? Wie soll ich es formulieren? Und kann ich mich auch intitiativ bewerben? Unser Rat vorab:

Durchbrechen Sie Grenzen und heben Sie sich ab von den klassischen Bewerbungsfloskeln. Optimieren Sie Ihre Bewerbungsunterlagen und konzentrieren Sie sich aufs Wesentliche. Die Kunden fragen sich:

  • Warum sollen wir exakt diesen Bewerber nehmen?
  • Was bringt er oder sie uns? Löst die Person unsere Probleme?
  • Und wie viel kostet uns das?

Dabei stehen die Kosten häufig nicht an erster Stelle! Die größte Sorge des Kunden ist, dass die Aufgaben nicht ordentlich erledigt werden. Wenn die Kunden überzeugt sind, dass man gute Arbeit leistet, sind sie auch bereit tiefer in die Tasche zu greifen. Man muss also beweisen, dass man gute Arbeit leistet! Wie geht das?

Eigene Kompentenzen beschreiben

Im ersten Schritt geht es darum, die eigenen Kompetenzen darzustellen. Für Freiberufler gilt: Weniger ist mehr! Picken Sie die Highlights heraus anstatt den Kunden mit ellenlangen Auflistungen zu langweilen. Und zwar die Hightlights, die genau zu den Wünschen des Kunden passen. Im zweiten Schritt geht es um die eigene Dienstleistung: Was können Sie genau und welchen Nutzen hat dies für den Kunden?

Referenzen und Empfehlungen sind das Salz in der Suppe. Das Problem bei diesem Punkt: Die wenigsten Freiberufler sammeln aktiv Referenzen ein. Wenn Sie dann aber welche brauchen, können sie schlecht auf die Schnelle welche besorgen…

Unser Rat: Sammeln Sie immer am Jahresende aktiv Referenzen ein.

Fragen Sie Ihre Kunden, ob Sie Ihnen ein „Statement“ geben können (3 bis 5 Sätze) oder eine ein- bis zweiseitige Referenz, in der exakt steht, bei welchen Problemen Sie dem Kunden geholfen haben.

Der eigene Lebenslauf

Leider verschicken viele Bewerber immer noch Standard-Lebensläufe. Doch der Kunde möchte von Ihnen wissen, warum gerade Sie der richtige Ansprechpartner für sein Projekt ist. Der Lebenslauf und das Anschreiben sind dazu da, um genau diese Fragen zu klären. Lesen Sie also aufmerksam, was der Kunde benötigt. Greifen Sie die Schlagwörter, die genannt werden auf, und „beweisen“ Sie anhand Ihres Lebenslaufs, dass Sie die entsprechenden Kompetenzen und beruflichen Erfahrungen haben. Das genügt schon! 😉

Gerade Berufseinsteiger können nicht immer bieten, was der Kunde verlangt. Trotzdem kann man selbstbewusst die Punkte nach vorne stellen, die man vorweisen kann. Seien es Praktika oder Seminararbeiten während des Studiums. Notfalls den Lebenslauf ein bisschen „frisieren“, also positiv formulieren. Auf keinen Fall aufzählen, was man alles n-i-c-h-t bieten kann… Auch Lücken im Lebenslauf kann man gut kaschieren – etwa in dem man nicht chronologisch arbeitet, sondern thematisch anhand der genannten Schlagwörter.

Eigendarstellung

Gerade als Freiberufler kann man auch dadurch punkten, dass man Standards durchbricht! Man braucht keinen Lebenslauf wie ein klassischer Bewerber für eine feste Anstellung. Man kann sich aufs Wesentliche konzentrieren. Schauen Sie sich einmal um nach interessanten Lebenslauf-Darstellungen abseits klassischer Bewerberungsratgeber und Mustervorlagen. Vielleicht lassen Sie sich einen eigenen Lebenslauf von einem Designer gestalten? Mehr dazu unter Werbung und Marketing für Freiberufler.

Unterstützung bei der Bewerbung

Gerade Existengründer, die in der Anfangsphase ihrer Freiberuflichkeit stehen, haben ihre Probleme mit der Beschreibung von eigene Kompetenzen. Auch geht es häufig darum, überhaupt erst einmal eine professionelle Dienstleistung anzubieten – sich also ein Geschäftsfeld zu suchen und sich darauf zu konzentrieren. Diese „Profilarbeit“ an den eigenen Angeboten ist etwas klassisches, was man mit einem Gründerberater besprechen kann. Solch eine professionelle Beratung kann von der KfW-Förderbank bezuschusst werden. Durch die Unterstützung gewinnt man als Existenzgründer schneller an Fahrt – und arbeitet letztlich auf Augenhöhe zu den Profis der Branche.

Macht eine Initiativ-Bewerbung Sinn?

Brechen die Kunden weg, steht die Frage im Raum, ob man als Freiberufler Initiativ-Bewerbungen schreiben sollte. Also zum Beispiel Unternehmen anmailen, die mit Freiberuflern zusammenarbeiten. Aber funktioniert das wirklich?

Man lehnt sich nicht weit aus dem Fenster, wenn man sagt: Fast alle Initiativ-Bewerbungen landen im Mülleimer.

Entweder man schreibt die falsche Person an. Oder man bewirbt sich auf einen Arbeitsbereich, bei dem gerade niemand gesucht wird. Dazu kommt: Es ist es eine „Kaltakquise“, ähnlich wie ein Telefonanruf von einer Werbefirma. Darauf haben die wenigsten Lust.

Natürlich kann es trotzdem klappen. Etwa, wenn durch Zufall genau zum Zeitpunkt der Bewerbung ein Personalnotstand eintritt und das Unternehmen reagieren muss. Oder wenn man mitbekommt, dass eine Firma mehrfach eine Stelle ausschreibt, diese also nicht besetzt bekommt. Und man selbst genau zu der Stelle passt, aber als Freiberufler weiter arbeiten will – und sich in dieser Funktion dem Unternehmen anbietet. Aber das dürfte nicht die Regel sein.

Wie sollte man stattdessen vorgehen?

Das Ziel einer Initiativ-Bewerbung ist klar: Man will einen neuen Kunden gewinnen. Und um dieses Ziel zu erreichen, gibt es mehrere Wege. Man kann auch „über Bande spielen“. Statt in der Not Initiativ-Bewerbungen zu verschicken, macht es Sinn, an dem Thema zu arbeiten, wenn man noch nicht in der Not ist. Drei Punkte, die wichtig sind:

  • Netzwerke knüpfen. Wie lernt man Menschen kennen, die einen vielleicht später buchen? In der Regel auf Konferenzen oder thematisch passenden Veranstaltungen. So lernt man sich kennen, tauscht Visitenkarten aus. Und wenn man sich später noch einmal meldet, kann man sich auf ein Gespräch beziehen. Es ist keine „Kaltakquise“ mehr.
  • Der eigene Internetauftritt. Es ist ein Klassiker, aber trotzdem muss es immer wieder gesagt werden. Mit Anbietern wie Jimdo kann man sich für einen überschaubaren Betrag eine eigene professionelle Internetseite erstellen. Ohne Programmierkenntnisse. Fast jeder sucht heute übers Netz nach einer Dienstleistung. Man muss bei Google sichtbar sein.
  • Unternehmen „horten“: Während der täglichen Arbeit stößt man immer wieder auf interessante Firmen. Anstatt die Seite wegzuklicken, sollte man sich eine Excel-Liste anlegen und die Seite abspeichern. Wenn man einmal in die Situation kommt, sich initiativ zu bewerben, hat man sofort eine Liste von 20, 30 oder gar 50 Unternehmen, die man interessant findet.

In 7 Schritten zu einem höheren Honorar

Welchen Stundensatz kann ich als Freiberufler verlangen? Wie wehre ich mich gegen Honorar-Drückerei? Wie schaffe ich es, meinen Stundensatz kontinuierlich zu erhöhen?

Um eins vorweg zu nehmen: Häufig können die „Besserverdiener“ unter den Freiberuflern einfach besser argumentieren! Sie kennen sich besser aus und wissen, wie sie klüger verhandeln.

Unser E-Book „In 7 Schritten zu einem höheren Honorar“ erklärt, wie Freiberufler Schritt für Schritt ihren Stundensatz erhöhen. Und dies bei ihren Kunden durchsetzen, ohne sie zu verprellen. Kompakt, schnell und direkt anwendbar auf rund 30 Seiten. Dazu gibt es einen Excel-Rechner, mit dem Sie einfach und bequem Ihren persönlichen Stundensatz kalkulieren können.

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