Es ist ein klarer Trend: Viele Freiberufler starten zunächst als Kleinunternehmer. Aus guten Gründen: Als Kleinunternehmer können Sie „klein“ beginnen und gehen so weniger Risiko ein. Und wenn es gut läuft, werden Sie irgendwann „Vollunternehmer“  und leben komplett von Ihren eigenen Einnahmen.

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Jimdo

Kleinunternehmer: 3 Situationen – 3 Beispiele

Neben der Uni

Beispiel: Ein Student arbeitet neben der Hochschule freiberuflich. Sein Hauptaugenmerk liegt auf der Uni. Aber die freiberuflichen Aufträge bringen ein gutes Honorar. Damit fährt er in den Urlaub und kann sich auch sonst mal etwas gönnen. Nur: Bis wann ist er noch ein Kleinunternehmer?

Neben dem Job

Beispiel: Ein Mann ist ein Fachexperte auf seinem Gebiet. Doch im Job ärgert er sich ständig. Er überlegt sich als Freiberufler selbstständig zu machen. Aber er braucht das monatliche Gehalt. Also startet er als Kleinunternehmer und baut sich Stück für Stück etwas eigenes auf.

Aus der Familienphase

Beispiel: Eine Frau bekommt Kinder und arbeitet einige Jahre nicht. Ihr letzter Arbeitsvertrag ist mittlerweile ausgelaufen. Aber sie hat eine gute Idee, die sie jetzt testen will. Weil sie sich aber auch weiterhin um die Familie kümmern möchte, will sie gerne als Kleinunternehmerin anfangen.

Die Kleinunternehmerregelung

Als Freiberufler muss man eigentlich – wie jeder andere Selbstständige auch – eine Umsatzsteuer abführen. Das bedeutet, dass man zu seinem vereinbarten Honorar noch die Umsatzsteuer obendrauf rechnet und dann an das Finanzamt abgibt. Es kostet Zeit und Aufwand, die Umsatzsteuer abzuführen. Und die eigenen Leistungen werden dadurch für die Kunden teurer. Wer etwa eine 1.000 Euro-Rechnung schreibt, muss womöglich 19 Prozent draufschlagen. Der Kunde muss dann 1.190 Euro zahlen. Aber es gibt eine Kleinunternehmerregelung. Diese Regelung ist dafür gedacht, dass alle Freiberufler, die noch am Anfang sind, nicht sofort so viel Steuer-Kram erledigen müssen.

Die Regelung

Ein Kleinunternehmer ist im Sinne des Umsatzsteuergesetzes, wer im Vorjahr nicht mehr als 17.500 Euro Umsatz gemacht hat und im laufenden Kalenderjahr nicht mehr als 50.000 Euro Umsatz erwirtschaftet hat. Man ist dann umsatzsteuerbefreit (§19 UStG). Freiberufler müssen dann keine Umsatzsteuervoranmeldungen beim Finanzamt abgeben. Es gibt bestimmte Sonderregelungen und Ausnahmen. Deswegen informieren Sie sich am besten bei einem Steuerberater oder Ihrem Finanzamt vor Ort.

(Stand 05/2016 – ohne Gewähr)

Kleinunternehmung beim Finanzamt anmelden

Wer als Freiberufler startet, sollte dies auch beim Finanzamt melden. Denn die Einnahmen der freiberuflichen Tätigkeit fließen in die Einkommenssteuer ein. Man muss also für das, was man verdient hat, Einkommenssteuer zahlen. Wenn man das Finanzamt anschreibt, erhält man in der Regel weitere Informationen. Alternativ rufen Sie bei Ihrem örtlichen Finanzamt direkt an und fragen nach.

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Jimdo

In 7 Schritten zu einem höheren Honorar

Welchen Stundensatz kann ich als Freiberufler verlangen? Wie wehre ich mich gegen Honorar-Drückerei? Wie schaffe ich es, meinen Stundensatz kontinuierlich zu erhöhen?

Um eins vorweg zu nehmen: Häufig können die „Besserverdiener“ unter den Freiberuflern einfach besser argumentieren! Sie kennen sich besser aus und wissen, wie sie klüger verhandeln.

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Kleinunternehmer = kleiner Unternehmer?

Ist man als Kleinunternehmer ein kleiner Unternehmer? Aus steuerlicher Sicht und aus Sicht der Einnahmen schon. Aber das bedeutet nicht, dass Sie Ihre Selbstständigkeit wie eine kleine Sache betrachten sollten. Im Gegenteil! Bauen Sie Stück für Stück Ihre Freiberuflichkeit aus! So, dass Sie irgendwann davon leben können. Die drei Vorteile des Kleinunternehmers:

Geringes finanzielles Risiko

Als Kleinunternehmer tragen Sie in der Regel nur ein kleines Risiko. Sie brauchen keinen Kredit in fünfstelliger Höhe. Falls Sie trotzdem etwas Geld zu Beginn brauchen, könnten spezielle Plattformen für Sie interessant sein. Hier erfahren Sie mehr zum Thema Kredite und Darlehen für Freiberufler.

Möglichkeit zu Testen

Als Kleinunternehmer können Sie gezielt neue Produkte und Dienstleistungen austesten. Wie reagieren die Kunden? Wie viel sind sie bereit zu zahlen? Entwickeln Sie systematisch und kontinuierlich Tests. Bauen Sie die Leistungen aus, mit denen Sie am meisten verdienen! Hier mehr zum Thema Kunden gewinnen.

Zweites Standbein

Wer noch einen anderen Job hat, kann sich über die Kleinunternehmer Regelung ein zweites Standbein aufbauen. Und wenn irgendwann genug Geld reinkommt, sagen Sie „Auf Wiedersehen!“ und machen sich komplett selbstständig. Achten Sie aber auch hier auf Ihre Krankenversicherung als Freiberufler.

Als Kleinunternehmer eine Rechnung schreiben

Wenn Sie als Freiberufler ein Kleinunternehmer sind, müssen Sie dies auf der Rechnung ausweisen. Sie müssen also auf jeden Fall Rechnungen schreiben. Nur eben mit dem Hinweis, dass Sie Kleinunternehmer sind und deswegen die Umsatzsteuer entfällt. Wenn Sie sich bei der Rechnung nicht sicher sind, sollten Sie sich eine Vorlage holen. Die Vorlage können Sie dann individuell auf sich anpassen.

Interviews und Meinungen zur Freiberuflichkeit

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Mythos 2: Warum der Kunde kein König ist

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„Wir suchen Journalisten mit Biss und Leidenschaft“

Der Verein Internationale Journalisten-Programme (IJP) vergibt seit 1988 Recherche-Stipendien für Arbeitsaufenthalte im Ausland. Mittlerweile bieten die IJP zehn Stipendien-Programme an; jedes Jahr erhalten rund 120 Journalisten im Alter zwischen 23…

„Junge Fotografen können unser Netzwerk nutzen“

Manfred Dilling ist Vorsitzender des Professional Imagers Clubs, kurz PIC. Der PIC-Verband vergibt jedes Jahr Stipendien an junge Fotografen, die in die Selbstständigkeit gestartet sind. Wir sprachen mit dem Vorsitzenden…

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