Viele Freiberufler stehen auf Kriegsfuß mit ihren Finanzen. “Das leidige Geld” – diese Floskel hört man immer wieder. Sei es bei Verhandlungen mit Kunden; sei es bei den Unterlagen und Dokumenten, die sich auf dem Schreibtisch türmen; sei es beim Blick auf den Kontostand. Viele Kreative lehnen es praktisch ab, sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen. Geld zählen wie Dagobert Duck? Kommt nicht in Frage! Dann lieber wie Daniel Düsentrieb tüfteln.

In diesem Kapitel wird ein anderer Weg eingeschlagen. Wer sich als Freiberufler um seine Finanzen kümmert, hat vor allem ein Ziel: Finanzielle Unabhängigkeit. Es geht darum, dass mehr auf dem Konto ist und nicht weniger. Es geht darum, wie man seinen Stundensatz nach oben schrauben kann und seine Kosten reduziert. Wie man seine Finanzen so organsiert, dass man weniger Stress hat. Und wie man dadurch wieder mehr Zeit hat, sich um kreative Arbeiten zu kümmern.

Buchhaltung für Freiberufler

In 6 Schritten zu mehr finanzieller Unabhängigkeit

Bei fast allen Dingen rund um das Thema Finanzen gibt es ein großes Problem: Und das heißt „anfangen“. Meistens muss man sich einen Tag frei nehmen und ganz von vorne anfangen, sich zu hinterfragen und neu zu organisieren. Diese sechs Punkte helfen beim Einstieg:

Rechnungen schreiben

Wie sieht eine korrekte Rechnung aus? Eine elementare Frage für jeden Existenzgründer, der frisch in die Freiberuflichkeit gestartet ist. Denn sonst macht das Finanzamt Stress – und das will wirklich niemand.

Stundensatz und Honorar

Welches Honorar kann ich als Einsteiger nehmen? Wie berechne ich mein Honorar – und wie kann ich es kontinierlich steigern? Gerade die letzte Frage stellen sich viel zu weniger Freiberufler. Dabei steigen die Kosten jedes Jahr.

Geschäftskonto

Wie man durch einen einfachen Trick extrem schnell Transparenz schafft und dadurch einen Überblick gewinnt. Es lohnt sich.

Freiberufler als Kleinunternehmer

Viele Freiberufler fangen klein an. Sie nutzen die Kleinunternehmerregelung. Doch es gibt einige Fallstricke, die man beachten sollte. Zum Beispiel, wenn man seine Rechnungen schreibt.

Stipendien für Freiberufler

Für fast jede Kreativ-Branche gibt es Stipendien für Freiberufler. Man muss sie nur kennen. In unserer Datenbank haben wir über 120 Stipendien für Freiberufler zusammengetragen.

Software für Freiberufler

Mittlerweile gibt es viele Programme, die Freiberuflern die organisatorische Arbeit erleichtern. Neben Finanz-Programmen gibt es auch einige andere Software-Angebote, die durchaus nützlich sind. Ein Überblick.

Jeder Freiberufler muss sich mit Finanzen auseinandersetzen – ob er will oder nicht. Und letztlich muss man auch kein Zahlenprofi sein – für so etwas gibt es Steuerberater. Aber man braucht einen grundsätzlich klaren Blick auf die eigenen Finanzen, und zwar auf eine vorausschauende Art. Selbst wenn man seine Einnahmen nicht wie ein Festangestellter planen kann: Man kann sehen, wann man wie viel Geld braucht. Man kann analysieren, wie abhängig man von bestimmten Kunden ist – und im nächsten Schritt daran arbeiten, diese Abhängigkeiten zu reduzieren.

Zahlen sind die Basis, um seine eigene Geschäftstätigkeit zu analysieren, zu hinterfragen und zu optimieren. Wer den Überblick hat, schläft ruhiger. Und hat tagsüber mehr Energie, um sich um die wichtigen Dinge zu kümmern.

Wie kann man seine Kosten reduzieren?

Jeder Freiberufler hat berufliche Kosten. Es geht los beim Internetanschluss und hört bei Reisekosten auf. Viele Freiberufler in der Gründungsphase unterschätzen das Thema Kosten. Deswegen nutzen wir diese Rubrik zu eine Liste zum Thema Kosten sparen. Dabei geht es uns nicht darum, dass jeder Freiberufler zum Sparfuchs mutiert. Wer an seinen beruflichen Kosten spart, der hat letztlich mehr Geld für sein Privatleben. Und viele Kosten sind zum Beispiel steuerlich absetzbar.

Beim Kosten sparen gilt das Prinzip: Steter Tropfen hölt den Stein! Meistens sind es viele kleine Posten, die in der Summe viel ausmachen. Also braucht man viele Tipps, wenn man viel Geld sparen will. Unser Ziel an dieser Stelle: 100 Tipps zum Geld-Sparen! Wer weitere Tipps hat, bitte eine Nachricht schreiben!

1. Drei Angebote einholen: Preisvergleiche im Netz gehen schnell und einfach. Ob bei Telefon, Internet, Strom oder Investitionen wie PCs: Man sollte immer die Preisvergleich-Maschine anwerfen. Wichtig: Damit man nicht endlos sucht und so produktive Arbeitszeit verbrät und damit seine Honorareinnahmen verringert, sollte man sich zu Beginn eine klare Grenze setzen. Etwa: „In einer Stunde habe ich den Preis- und Leistungvergleich erledigt und eine Entscheidung getroffen.“

2. Kündigen, um neu zu verhandeln: Es klappt mittlerweile fast überall. Selbst wenn man zufrieden ist, sollte man grundsätzlich kündigen. In der Regel wird man wenige Tage später angerufen und mit Sonderkonditionen überhäuft. Auch hier macht es Sinn, sich ein Ziel zu setzen – zum Beispiel zehn Prozent weniger zu zahlen.

3. Mitgliedschaften kündigen: Fast jeder hat irgendwelche Fitnessstudio-Verträge und andere Mitgliedschaften laufen, ohne dass man es noch nutzt. Einfach ausrechnen, wie oft in den letzten drei Monaten da gewesen ist und wie viel man pro Besuch zahlt. Meistens fällt das Kündigen dann leichter.

4. Kündigungsliste erstellen: Das Fitnessstudio ist erst der Anfang. Am besten man erstellt eine Liste, in der man kontinuierlich aufschreibt, welche Mitgliedschaft und welches Abonnement man „prüfen“ will. An einem Stichtag (Kündigungsfristen beachten!) nimmt man sich einen Tag Zeit und kündigt mindestens 30 Prozent aller Mitgliedschaften, die auf dem Zettel stehen.

5. Versicherungsstatus überprüfen. Als Freiberufler kann man sich seine Krankenversicherung zum Start selbst aussuchen. Sowohl die gesetzliche Krankenversicherung als auch die private haben ihre Vor- und Nachteile, auch im Bezug auf die Kosten.

6. Zeitfresser killen: Der größte Kostenfresser ist die ungenutzte oder unproduktive Zeit im Büro. Das kann Facebook oder Twitter sein, aber auch die klassischen E-Mails oder die Nachrichten-Webseite. Wer pro Arbeitstag eine Stunde damit verbringt, verbringt damit im Jahr 150 Stunden! Das sind rund 18 Arbeitstage. Was macht mehr Spaß: Facebook oder drei Wochen Urlaub? Also: Zeitfresser am besten ans Ende des Tages legen und mit klarer Zeitgrenze nutzen. Niemals den Arbeitstag damit beginnen!

7. Ausgaben-Liste erstellen: Eine finanzielle Inventur ist für jeden Freiberufler Pflicht. Man trennt ja schließlich nicht umsonst zwischen privaten und beruflichen Ausgaben. Dazu gehört auch, dass man eine Ausgaben-Liste erstellt. Am Jahresende kann man seine Kosten durchgehen mit dem Ziel, mindestens zehn Prozent einzusparen.

8. Existenzgründer-Status nutzen: Viele Verbände und Institutionen haben Vergünstigungen für Existenzgründer. Wer also frisch in die Freiberuflichkeit gestartet ist, sollte diesen Bonus nutzen. So spart man gleich zu Beginn viel Geld.

9. Mieten statt kaufen: Man muss nicht alles kaufen! Wer zum Beispiel hin und wieder ein Auto für seine freiberufliche Tätigkeit braucht, privat aber definitiv keinen Wagen benötigt, der kann zum Beispiel bei Carsharing-Anbietern Autos stundenweise anmieten. So spart man viel Geld, vor allem bei der Kfz-Versicherung, aber auch bei den Spritkosten.

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