Wer in die Freiberuflichkeit wechselt, kann sich aussuchen, wie er krankenversichert sein möchte. Entweder über eine Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) oder über eine private Krankenversicherung (PKV). Bei dieser Entscheidung geht es um mehrere tausend Euro pro Jahr, die man sparen kann. Es kommt immer auf den Einzelfall an, ob sich eine PKV oder eine GKV für den Freiberufler lohnt.

3 Tipps zum Einstieg

Informieren Sie sich über die Vorteile und Nachteile.

Eine Private Krankenversicherung für Freiberufler kostet zum Einstieg oft weniger. Besonders wenn man männlich und jung ist. Aber auch die gesetzliche Krankenversicherung hat ihre Vorteile. Informieren Sie sich auf dieser Seite in Ruhe über die Vor- und Nachteile.

Verschaffen Sie sich einen besseren Überblick.

Es gibt mehrere dutzend Krankenversicherer. Und jedes Unternehmen hat noch einmal unzählige Tarife. Deswegen macht es Sinn, einen unabhängigen Finanzberater hinzuzuziehen und sich beraten zu lassen.

Treffen Sie eine eigene Entscheidung.

Eine ausführliche Beratung ist eine gute Sache. So haben Sie eine Basis, um sich zu entscheiden. Wählen Sie die Versicherung, die für Sie am meisten Sinn macht. Dabei spielen Geld, Qualität und Langfristigkeit eine entscheidende Rolle.

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Als Freiberufler gesetzlich oder privat versichert? Diese 3 Fragen müssen Sie klären

Robert Christalle ist ein erfahrener Versicherungsspezialist. Er arbeitet beim deutschlandweiten Finanzdienstleister „Main-Finanz“ mit Büros in Frankfurt und betreut dort den Bereich Private Krankenversicherungen. Seit über 30 Jahren ist er als Berater tätig.

Im Interview spricht er über die schwierige Entscheidung, vor der Freiberufler stehen: Soll man sich als Freiberufler privat versichern oder als Freiberufler in die gesetzliche Krankenversicherung gehen? Hierfür stellt er eine Vergleichs-Rechnung auf und gibt Beispiele.

Robert Christalle von Main Finanz

Herr Christalle, warum stellen sich überhaupt so viele Freiberufler die Frage, ob sie sich privat krankenversichern?

Christalle: Die meisten Freiberufler machen sich nach einigen Jahren Festanstellung selbstständig. Sie haben eine Ausbildung hinter sich und wollen jetzt ihr eigenes Unternehmen gründen. Als Angestellte waren sie in der gesetzlichen Krankenversicherung pflichtversichert. Als Freiberufler haben sie die Möglichkeit, diesen Status zu ändern und von den besseren Leistungen und den teilweise günstigeren Beiträgen in der Privaten Krankenversicherung (PKV) zu profitieren.

Die Entscheidung für oder gegen eine private Krankenversicherung ist als langfristige Entscheidung zu sehen. Es empfiehlt sich auch nicht jedes Jahr hin- und herzuwechseln zwischen den Anbietern, da sich ggf. der Gesundheitszustand sowie das Eintrittsalter ändert und es so teurer bzw. auch schwieriger werden kann, eine private Krankenversicherung zu erhalten.

Ich muss mich als Freiberufler also entscheiden. Welche Option soll ich denn nehmen?

Christalle: Das lässt sich pauschal nicht sagen. Es kommt auf die private und gesundheitliche Situation des Freiberuflers an. Einfach irgendwo unterschreiben, kann jeden Freiberufler teuer zu stehen kommen. Bei dieser Entscheidung geht es um einen fünf- bis sechsstelligen Betrag im Leben. Zum Vergleich: Ein Immobilienerwerb ist in der Regel ebenfalls gut durchdacht.

Trotzdem ist auch klar, dass Freiberufler meist so eingespannt sind, dass das wochenlange Wälzen von Versicherungsunterlagen nicht mehr möglich ist. Deswegen arbeiten wir so, dass wir für den Freiberufler einfach und transparent machen. Gemeinsam erarbeiten wir mit dem Freiberufler per Videoberatung die drei Anbieter heraus mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis. Es geht ja nicht einfach nur darum, den günstigsten Versicherer zu nehmen, sondern gleichzeitig auch gute und maßgeschneiderte Leistungen zu erhalten.

Sind die privaten Krankenversicherungen überhaupt an Freiberuflern interessiert?

Christalle: Selbstständige und auch besonders Freiberufler können sich privat krankenversichern unter der Voraussetzung, dass die Bonitätsabfrage durch den Versicherer grünes Licht ergibt. Zu Beginn sind die Gehälter von Freiberuflern teilweise noch etwas niedriger, doch mit steigendem Kundenkreis und gewachsenen Erfahrungen, nehmen auch die Einnahmen sehr schnell zu. Für die private Krankenversicherung bedeutet das: Der Freiberufler kann mit einem günstigen Tarif einsteigen und später die Leistungen individuell erhöhen und anpassen.

Die wenigsten Freiberufler kennen sich mit dem Thema wirklich aus. Welche Faktoren sind für die Entscheidung – privat oder gesetzlich – wichtig?

Christalle: Drei Fragen müssen dafür geklärt werden: Wie gesund bin ich? Wie alt bin ich? Habe ich eine Familie? Zur Gesundheit: Gesetzliche Krankenversicherungen haben Kontrahierungszwang, bedeutet, dass die GKV jeden Menschen aufnehmen muss, egal welche Vorerkrankungen bestehen. Private Krankenversicherungen dagegen führen eine Risikoprüfung durch. Wenn Sie bereits mehrere schwere Krankheiten hatten, wird eine private Krankenversicherung aller Voraussicht nach eine Ablehnung übermitteln.

Das heißt: Ich muss alle meine Krankheiten vorab nennen – noch bevor ich versichert bin?

Christalle: Ja, und hier sollte man wirklich ehrlich bleiben. Wer hier wichtige Erkrankungen unterschlägt, kann später große Probleme bekommen. Man ist verpflichtet, die Wahrheit zu sagen.

Aber natürlich will niemand mit seinen Krankenakten öffentlich überall anklopfen. Deswegen führen wir von Main-Finanz eine anonyme und vertrauliche Anfrage bei den Versicherern durch. Das heißt: Wir senden die anonyme Risikovoranfrage an mehrere Versicherungsunternehmen, um ein breites Spektrum an Antworten zu erhalten.

Die Krankenakte sowie das Ausfüllen der Gesundheitsfragen ist übrigens kein großer Aufwand. Man kann sich als Patient seinen Krankheitsverlauf von seiner derzeitigen Krankenversicherung oder vom Hausarzt zuschicken lassen. Mit diesen Unterlagen ist die Risikovoranfrage bei der privaten Krankenversicherung schnell ausgefüllt und gleichzeitig enorm hilfreich. Zusätzlich unterstützen wir all unsere Kunden ebenfalls in diesem Prozess.

Wie sieht es mit einer Familie aus? Die Kinder sind ja über die Eltern versichert. Da kann eine private Krankenversicherung doch teuer werden, oder?

Christalle: Der Vorteil der gesetzlichen Krankenversicherung ist in diesem Fall, dass die Kinder kostenfrei bei den Eltern mitversichert sind. Aber es gibt auch private Krankenversicherungen, bei denen man trotz Kinder weniger zahlt als bei einer gesetzlichen Krankenversicherung. Solche Konstellationen werden in jedem Gespräch genauestens geprüft und analysiert.

Können Sie einmal für einen Vergleich eine Beispiel-Rechnung aufmachen?

Christalle: Nehmen wir einen Freiberufler mit 30 Jahre und 4.000 Euro brutto Verdienst. Bei der gesetzlichen Krankenversicherung wie zum Beispiel der Kaufmännischen Krankenkasse würde er derzeit 635 Euro pro Monat zahlen. Bei einem privaten Krankenversicherer läge der Beitrag bei 335 Euro pro Monat (mit guten Leistungen mit einer Selbstbeteiligung von 500 Euro. Das sind über 3.000 Euro Differenz pro Jahr. Nach fünf Jahren kommt da bereits ein Betrag für einen Kleinwagen zusammen.

Selbst wenn diese Person verheiratet ist und ein Kind hat, ist die private Krankenversicherung noch günstiger.  Man zahlt 136 Euro für das Kind, liegt mit 471  Euro aber immer noch unter dem Beitrag der gesetzlichen Versicherung.

Trotzdem eilt der privaten Krankenversicherung der Ruf voraus, dass sie extrem teuer wird, je älter man ist.

Christalle: Grundsätzlich gilt: Es sind zwei unterschiedliche Modelle. Bei der gesetzlichen Krankenversicherung richtet sich der Betrag daran aus, wie viel sie verdienen. Zudem ist die gesetzliche Krankenversicherung ein umlagefinanziertes System. Bei den privaten Krankenversicherungen ist der Beitrag abhängig vom Gesundheitszustand als auch dem Eintrittsalter und den individuellen Leistungswünschen des Kunden.

Allerdings bildet die private Krankenversicherung auch sogenannte „Altersrückstellungen“. Das heißt: Ein Teil der monatlichen Beiträge wird zurückgelegt für die spätere Zeit, wenn man älter ist und häufiger zum Arzt geht, um so möglichst einen gleichbleibenden Beitrag über die Laufzeit zu erzielen. Deswegen ist es entscheidend, wie alt man beim Einstieg in die private Krankenversicherung ist. Je niedriger das Eintrittsalter, desto mehr Altersrückstände können gebildet werden, desto weniger steigt der Betrag später an.

Außerdem darf auch nicht unterschätzt werden, dass die Beiträge für die gesetzliche Krankenversicherung ebenfalls steigen. Es gab in den vergangenen Jahrzehnten über 40 Gesundheitsreformen – und fast immer wurden die Leistungen zusammengestrichen und der Beitrag erhöht. Im Schnitt erhöhte sich die gesetzliche Krankenversicherung jedes Jahr um 6,14 Prozent.

Auch Versicherungsmakler genießen nicht den besten Ruf.  Man unterstellt ihnen, dass sie nur Verträge abschließen, um Provisionen einzustreichen. Was halten Sie von der Kritik?

Christalle: Wir haben laut Gesetz den Auftrag und die Verpflichtung, das beste Preis-Leistungsverhältnis für jeden Kunden und damit auch jeden Freiberufler zu suchen. Wir arbeiten mit allen Versicherungsunternehmen zusammen und verstehen uns als unabhängige Berater für individuellen Versicherungsschutz.

Sie müssen beachten: Es gibt über vierzig Krankenversicherungen. Und innerhalb der einzelnen Versicherung noch einmal unzählige Tarife. Kein Freiberufler kann sich in der Tiefe damit beschäftigen. Deswegen suchen sich auch viele Freiberufler bewusst einen Berater, der sie bei der Entscheidung frei und unabhängig unterstützt.

Da ich in meinem Berufsleben einige Vergütungsmodelle in der Versicherungswirtschaft gesehen habe, kann ich sagen, dass das System bei Main-Finanz das fairste für den Kunden als auch für uns Berater ist. Mit einer unabhängigen Ratingsoftware werden die einzelnen Leistungskataloge aller am Markt vorhanden Tarife transparent und offen dargestellt. Durch den kompletten Einblick, kann kein Berater mehr Eigenschaften oder Merkmale verschleiern.

Dazu kommt noch, dass wir die einzelnen Provisionssätze der jeweiligen Anbieter nicht kennen (in unserer variablen Vergütung gibt es nur einen Satz) und können so garantiert das Beste für unsere Kunden raussuchen. Ein erst vor kurzem eingeführtes System unterstützt dies weiter, denn ein weiterer Teil der variablen Vergütung wird auf Grund der Kundenzufriedenheit festgelegt. Bei Main-Finanz hat man sich komplett vom ursprünglichen Modell verabschiedet und nimmt das Bedürfnis des Kunden endlich in den Fokus.

Welche weiteren Versicherungen sind für Freiberufler noch wichtig?

Christalle: Als Freiberufler bietet man in der Regel seine Arbeitskraft für einen Stundensatz an. Wenn ich aus gesundheitlichen Gründen auf einmal nicht mehr als Freiberufler arbeiten kann, bekomme ich schnell finanzielle Probleme. So empfehlen wir, dass Freiberufler ihre Arbeitskraft in Form einer Berufsunfähigkeitsversicherung absichern.

Auch die Betriebshaftpflicht ist wichtig, um Ansprüche gegenüber Dritten abzuwehren. Zu guter Letzt spielt die private Altersvorsorge für Freiberufler eine ebenso große Rolle, da die Ansprüche aus der gesetzlichen Rente, wenn es denn solche gibt, in der Regel minimal ausfallen.

Aber es ist auch klar, dass man nicht zum Start gleich alle möglichen Versicherungen abschließen kann. Stattdessen ist es ratsam in regelmäßigen Abständen,  zum Beispiel zweimal im Jahr,  mit seinem Berater die aktuelle Situation durchzusprechen, um passgenaue, maßgeschneiderte und zukunftsorientierte Lösungen zu erhalten.

Vielen Dank!

Private Krankenversicherung für Freiberufler

Im Gegensatz zur gesetzlichen Krankenversichrung ist eine private Krankenversicheurng nicht an das Einkommen gebunden. Man zahlt einen festen Satz, unabhängig davon, ob man viel oder wenig verdient. In der Regel haben die Anbieter einen günstigen Basistarif. Dazu gibt es die Möglichkeit einer Selbstbeteiligung, wodurch die monatlichen Beiträge noch einmal gesenkt werden. Bei manchen Ärzten sind privat Versicherte gerne gesehen, einige Ärzte behandeln sogar nur ausschließlich Privatpatienten.

Viele Freiberufler entscheiden sich für eine private Krankenversicherung, weil sie damit Kosten sparen. Gerade wer relativ jung und gesund ist und keine Kinder hat, entscheidet sich für eine PKV. Außerdem wollen viele den exklusiven Zugang zu Ärzten. Allerdings muss auch gesagt sein: Die Beiträge der privaten Krankenkassen steigen mit dem Alter. Wenn man eine Familie gründet, kann es unter Umständen sein, dass man Frau und Kinder ebenfalls privat mitversichern muss. Hier kann sich der Kostenvorteil gegenüber der gesetzlichen Versicherung schnell umkehren, weil dort Familienangehörige unter Umständen mitversichert sind. Und: Wer einmal in der PKV ist, der kann nicht ohne Weiteres zurück in die gesetzliche Variante wechseln.

Ein weiterer wichtiger Punkt: Die Leistungen. Viele Menschen entscheiden sich deswegen für eine private Krankenversicherung, weil sie bessere Leistungen bieten als der gesetzliche Versicherungsschutz. Doch die Anbieter von privaten Krankenversicherungen unterscheiden sich hier stark. Eine sinnvolle Vorgehensweise ist:

Legen Sie zuerst fest, welche Leistungen Sie wirklich haben möchten. Erkundigen Sie sich, welche Leistungen teuer sind.

Dann schauen Sie, welcher Tarif bei welcher Versicherung Ihren gewünschen Versicherungsschutz anbietet und was dieser kostet.

Holen Sie auf jeden Fall mehrere Angebote ein und vergleichen Sie diese. Alternativ kann man sich von einem Versicherungsmakler beraten lassen, welcher Anbieter zu einem passt. Über das Formular können Sie kostenlos und unverbindlich einen Vergleich anfordern!

Gesetzliche Krankenversicherung für Freiberufler

Als Freiberufler kann man auch als sogenannter freiwillig Versicherter Mitglied in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) bleiben. Der Mitgliedsbeitrag errechnet sich hier anhand des Einkommens, von dem ein bestimmter Prozentsatz zu zahlen ist. Wer also viel verdient, zahlt auch entsprechend mehr. Allerdings ist der Beitrag ab einem bestimmten Einkommen gedeckelt. Dieser Betrag ändert sich in der Regel jedes Jahr, so dass es Sinn macht, in kurz zu recherchieren. Falls man aus dem Angestelltenverhältnis kommt, sollte man beachten, dass man nun auch den sog. Arbeitgeberanteil bezahlt, der sonst automatisch abgeführt wird (siehe auch Sonderfall “Künstlersozialkasse”)

Die gesetzliche Krankenversicherung bietet zwei entscheidende Vorteile:

  • Der Beitrag ist gedeckelt. Sie laufen nicht Gefahr, dass der Beitrag irgendwann aus dem Ruder läuft.
  • Ihre Familie ist mitversichert, sofern Ihr Partner nicht selbst arbeitet und sich versichern muss.

Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, die gesetzliche Krankenversicherung durch private Module zu ergänzen.

Die Künstlersozialkasse (KSK)

Viele Freiberufler üben eine künstlerisch-publizistische Tätigkeit aus. Sie (und viele weitere Berufsgruppen) sind verpflichtet, Mitglied in der Künstlersozialkasse zu werden. Viele Freiberufler denken, es läge ihnen frei, ob sie sich bei der Künstlersozialkasse melden oder nicht. Dies ist ein Irrtum! Man ist gesetzlich dazu verpflichtet, sich dort zu melden.

Vereinfacht gesagt sorgt die Künstlersozialkasse dafür, dass man als Freiberufler für seine Rente vorsorgt. Sie übernimmt grob gesagt die Hälfte der Beiträge zur Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung. Dies gilt unter bestimmten Umständen auch für privat Versicherte. Allerdings sollte man die Meldung bei der KSK gut vorbereiten. Denn es werden immer wieder Anträge abgelehnt. Die finanziellen Folgen sind für den jeweiligen Freiberufler dramatisch: Er muss auf einmal selbst die gesamten Rentenversicherungsbeiträge alleine zahlen.

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