Kaum verdient man etwas, muss man es schon zur Seite schaffen. Viel Geld für das späte Rentner-Leben. Nur macht das auch Sinn?

Freiberufler und Rente – das ist ein oft negativ besetztes Thema. Weil Selbstständige selbst für ihre Rente vorsorgen müssen, wird häufig vor Altersarmut gewarnt. Wir möchten einen anderen Weg aufzeigen: Denn während Festangestellte bis 67 arbeiten müssen, hat man als Freiberufler auch die Möglichkeit, schon mit 50 Jahren in Rente zu gehen – man muss es allerdings gut organisieren.

Wie gehe ich mit 50 in Rente?

Zugegeben: Die Frage ist sehr zugespitzt… Aber im Grunde geht es um Folgendes: Wer von Anfang an daran arbeitet, dass die eigenen Stundensätze und Honorare steigen, der sorgt von alleine dafür, dass er im Alter besser versorgt ist. Im Gegensatz zu Festangestellten hat man als Freiberufler viel mehr Möglichkeiten, sein Einkommen zu steigern. Hier sollte der Fokus liegen – auch im Hinblick auf die eigene Rente. Drei konkrete Beispiele:

  • Wie kann ich meinen Stundensatz steigern? Viele Freiberufler kalkulieren zu knapp oder arbeiten nicht kontinuierlich daran, ihren Stundensatz hochzuschrauben. Dadurch leben sie von der Hand in den Mund und kommen gar nicht dazu, Geld zurückzulegen.
  • Wie kann ich meine Kosten reduzieren? Fast jeder Freiberufler schleppt unnötige Kosten mit sich herum. Häufig sind es nur die angeblichen Kleckerbeträge. Aber in der Summe macht es eben doch viel aus. Es gibt viele Einsparpotenziale – erst recht, wenn man einmal hochrechnet, wie viel man einspart, wenn man 30 Jahre lang die Kleckerbeträge einspart (also so viele Jahre, wie man sonst für die Riester-Rente anspart).
  • Wie kann ich meine unproduktive Zeit reduzieren? Die größte Verschwendung, die man als Freiberufler begehen kann, ist, seine Zeit nicht zu nutzen. In der Regel geschieht dies durch Unordnung. Ein klassischer Fall sind die völlig durcheinander geratenen Finanzen. Zwischen privaten und beruflichen Kosten wird nicht getrennt. Wenn dann der Steuerberater anruft, dauert es oft Tage, bis man alle Quittungen und Abrechnungen gesichtet hat. Die Zeit ist besonders teuer: Denn man kann zu dieser Zeit kein Geld verdienen.

Gesetzliche Rente – interessant mit der Künstlersozialkasse

Viele Freiberufler sind in der Künstlersozialkasse pflichtversichert. Was sich für viele zu Beginn als sehr ärgerlich herausstellt, ist im Nachhinein recht angenehm. Denn die Künstlersozialkasse übernimmt die Hälfte der gesetzlichen Rentenversicherungsbeiträge. Man zahlt damit als Freiberufler, ähnlich wie ein Festangestellter, in die gesetzliche Rentenkasse ein. Allerdings ist nicht jeder Freiberufler in der Künstlersozialkasse. Eins sollte jedoch klar sein: Die gesetzliche Rente ist eine Absicherung gegen Altersarmut und keine “Belohnung” für das Erwerbsleben. Deswegen gibt es im Wesentlichen zwei Renten-Alternativen: Privat vorsorgen und möglichst viel verdienen!

Die Künstlersozialkasse zahlt auch sogenannte Prämien, wenn man als Freiberufler privat krankenversichert ist. Allerdings werden diese Beiträge nicht angepasst, wenn es wirtschaftlich schlechter läuft.

Private Vorsorge: Riester, Rürup oder doch Kopfkissen?

Wer hier einen Text über die Steuersparmodelle und Zuschüsse von Rürup und Riester erwartet, soll bitte nicht weiterlesen. Wer sein Geld gerne privaten Konzernen gibt, die jederzeit pleite gehen können, soll das tun. Wer darauf vertraut, dass in 40 Jahren noch die gleichen gesetzlichen und steuerlichen Vorraussetzungen gelten wie heute, soll darauf vertrauen. Wir würden es anders machen.

Freiberufler stehen wie alle Selbstständigen immer vor der gleichen Frage: Rücklagen oder Liquidität? Wir finden, die beiden Punkte schließen sich nicht aus. Was hilft ein dickes privates Rentenpolster, wenn man den kurzfristigen Engpass nicht ausgleichen kann und pleite geht? Was hilft die Lebensversicherung, wenn man ein halbes Jahr Auszeit braucht und nicht an das Geld rankommt?

Das Tagesgeldkonto als Kopfkissen

Rücklagen kann man auch bilden, indem man sie auf ein Tagesgeldkonto einzahlt:

  • Die Verzinsung ist in der Regel weder besser noch schlechter als bei anderen Finanzprodukten auch.
  • Man kommt schnell dran, allerdings nicht spontan.
  • Man sieht die Rücklagen wachsen. Das motiviert und gibt Sicherheit.

Das Rentenkonto ist natürlich Tabu für jeglichen Konsum, egal ob Reise, Fernseher oder Einbauküche! Die Höhe der monatlichen Rate kann man getrost an dem Betrag anlehnen, den man auch in die gesetzliche Rente einbezahlt hätte – also nicht zu wenig!

Vergleich von Tagesgeldkonten unterschiedlicher Anbieter.

In 7 Schritten zu einem höheren Honorar

Welchen Stundensatz kann ich als Freiberufler verlangen? Wie wehre ich mich gegen Honorar-Drückerei? Wie schaffe ich es, meinen Stundensatz kontinuierlich zu erhöhen?

Um eins vorweg zu nehmen: Häufig können die „Besserverdiener“ unter den Freiberuflern einfach besser argumentieren! Sie kennen sich besser aus und wissen, wie sie klüger verhandeln.

Unser E-Book „In 7 Schritten zu einem höheren Honorar“ erklärt, wie Freiberufler Schritt für Schritt ihren Stundensatz erhöhen. Und dies bei ihren Kunden durchsetzen, ohne sie zu verprellen. Kompakt, schnell und direkt anwendbar auf rund 30 Seiten. Dazu gibt es einen Excel-Rechner, mit dem Sie einfach und bequem Ihren persönlichen Stundensatz kalkulieren können.

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