Die Kurzfassung vorab: Ein Businessplan für Freiberufler ist mehr als ein bloßer “Wisch” für die Arbeitsagentur oder die Bank. Der Businessplan ist eine Art “Masterplan” für den Start in die Selbstständigkeit. Wer sich beim Businessplan Mühe macht, spart sich nach hinten raus viele Probleme.

Jeder Freiberufler, der in der Existenzgründungsphase ist, braucht früher oder später einen Businessplan. Einen Businessplan braucht man zum Beispiel, um den Gründungszuschuss zu beantragen. Was steckt also hinter einem Businessplan? Welche unterschiedlichen Möglichkeiten gibt es, einen Businessplan zu erstellen?

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Die Gründerpersönlichkeit

Vielen angehenden Freiberuflern fällt es nicht leicht, sich selbst zu beschreiben. Soll man sich jetzt über den grünen Klee loben? Sich selbst auf die Schulter klopfen? Wohl eher nicht.

Stattdessen geht es darum, die „Motivationslage“ zu erkennen, warum man sich selbstständig macht. Will ich eigene Ideen verwirklichen? Habe ich die Schnauze voll vom Chef und will mein eigenes Ding machen? Will ich mehr Geld verdienen? Oder wechsle ich in die Freiberuflichkeit, weil ich keinen festen Job bekommen habe? Oder will ich zuerst in Form eines Kleinunternehmers starten?

Die KfW-Bank unterscheidet zwischen Chancen-Gründern und Not-Gründern. Not-Gründer machen sich selbstständig, weil sie keine anderen Möglichkeiten sehen. Das kann klappen. Es kann aber auch sehr belastend sein. Denn die Freiberuflichkeit bietet viele Unwägbarkeiten. Man nimmt deutlich mehr Risiken auf sich. Krankheiten, Kundenakquise, Steuer, Büro, Organisation – es bleibt erst einmal alles an einem selbst hängen. Wer dagegen zu den Chancen-Gründern gehört, der hält besser den Stress durch.

Die Geschäftsidee

Man kann „die Freiberufler“ nicht über einen Kamm scheren. Dazu unterscheiden sich die freiberuflichen Tätigkeiten zu stark. Aber in der Regel kann man sich als Freiberufler auf einen bestimmten Teilbereich konzentrieren und sich so ein Profil erarbeiten.

Dies ist natürlich nicht vergleichbar mit einer Geschäftsidee im Sinne eines Startups oder eines Konzerns. Aber die jeweilige Spezialisierung ist der Kern der eigenen Leistung, die man auf dem freien Markt verkauft. Wie könnte eine Spezialisierung aussehen? Ein Beispiel:

Eine Fotografin kann sehr gute Reportage-Fotos schießen. Nach einigen Jahren überlegt sie sich, auf ein bestimmtes Format festzulegen. Sie wird Hochzeits-Fotografin und begleitet die Ehepaare den Hochzeitstag über. So kann sie maßgeschneiderte Angebote für Brautpaare anbieten.

Ein Architekt konzentriert sich auf Altbauten, ein Steuerberater auf Restaurantbesitzer, ein Psychologe auf Burnout – wer sich umschaut, sieht, dass sich zahlreiche Freiberufler spezialisiert haben.

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Zielgruppe und Marketing

Wer sich auf eine bestimmte Teiltätigkeit konzentriert, findet auch schneller und klarer seine Zielgruppe. Wer eine Nische besetzt, baut sich einen Ruf auf, kann schnell Referenzen vorweisen und wird weiterempfohlen. Das Marketing wird einfacher, man muss sich weniger um Freiberufler-Jobs bewerben.

Zum Marketing gehört die Außendarstellung. Viele Freiberufler denken, eine eigene Webseite kostet extrem viel Geld. Aber für den Anfang tun es schon einfache Baukästen-Systeme wie die von Jimdo. Für eine monatliche Gebühr bekommt man eine eigene Internetadresse und kann seine Seite selbst gestalten. Die eigene Webseite ist unglaublich wichtig. Praktisch alle Kunden suchen übers Netz einen spezifischen Experten, der Ihnen weiterhilft. Datenschutz hin oder her – Google ist das neue Telefonbuch. Und dort muss man einfach vertreten sein.

Sparen Sie bei der eigenen Internetseite nicht beim „Content“. Geben Sie möglichst viel von Ihren beruflichen Erfahrungen und Qualifikationen preis. Veröffentlichen Sie auf Ihrer Seite Fachinformationen, fertiggestellte Projekte, Zertifikate, Referenzen.

Stellen Sie sich ausführlich dar, auch mit einem professionellen Foto. Je mehr, desto besser. Jeder potenzielle Kunde möchte so viel erfahren wie er kann – und zwar bevor der erste Kontakt stattfindet. Geben Sie Ihren neuen Kunden die Möglichkeit, Sie vorab kennenzulernen!

[us_testimonial author=”” company=””]Ein Businessplan ist Ihre Anleitung zur Selbstständigkeit. Hier schreiben Sie alle Fakten rund um Ihre Gründung zusammen. Idealerweise stellt man sich im Businessplan auch selbstkritische Fragen – anstatt solche Fragen einfach auszublenden. Ein Businessplan ist für Freiberufler eine Art Leitfaden, der Sie durch die ersten Jahre führt.[/us_testimonial]

Die Finanzen

Viele Gründer starten voller Elan in die Freiberuflichkeit und merken nach einigen Monaten, wie hart es ist. Denn meistens kommen die Kunden nicht sofort. Man braucht erst einmal ein halbes Jahr bis ein Jahr, um sich einen kleinen Kundenstamm aufzubauen. Wie kommt man in dieser Zeit über die Runden?

Hier gibt es unterschiedliche Möglichkeiten: Vielleicht hat man Geld zurückgelegt. Vielleicht bekommt man den staatlichen Gründungszuschuss – obwohl mittlerweile fast 80 Prozent der Anträge abgelehnt werden. Vielleicht nimmt man einen Kredit auf – und nimmt das Risiko in Kauf, dass man möglicherweise insolvent geht.

Wichtig ist aber der Schritt vor dem „Geld bekommen“. Wie viel gibt man pro Monat eigentlich aus? Miete, Strom, Telefon, Versicherungen, Arbeits- und Reisekosten, Ernährung, Kleidung, Abonnements – all diese Punkte gehören in eine detaillierte Excel-Tabelle. Nur so verschafft man sich einen Überblick, wie viel man pro Jahr definitiv braucht. Dazu kommen die Gründungskosten. Büro, Einrichtung, Software etc.

Dann vergleicht man es mit der Summe, die man bereits jetzt auf der hohen Kante hat. Und die Lücke dazwischen muss geschlossen werden. Mindestens für das gesamte erste Jahr. Sonst geht einem zu schnell die Puste aus und man gerät in finanzielle Not.

Übrigens: Man kann im Alltag eine Menge Geld sparen!

Es gibt zwei gute Möglichkeiten, um einen Businessplan zu erstellen:

1. Ein eigener, persönlicher Businessplan:

Ein eigens geschriebener Businessplan dauert länger – und hat entsprechend einen viel höheren Wert. Die Gründer setzen sich wesentlich intensiver mit den Fragen rund um die Existenzgründung auseinander. Dadurch ist man besser vorbereitet und hat “nach hinten raus” deutlich weniger Probleme.

Wir empfehlen ganz klar diesen Weg. Denn viele Freiberufler schustern sich auf die Schnelle einen Businessplan zusammen, weil sie ihn wie ein Formular oder ein Dokument sehen, das man zum Beispiel bei der Arbeitsagentur einreichen muss. Aber in einem guten Businessplan steckt mehr! Schon alleine, was die Finanzierung angeht: Wer nicht zu Beginn sorgfältig durchrechnet, wie viel Geld er braucht, um das erste Jahr zu überstehen, der kommt schnell in die Bredouille. Man kann z.B. einfach mit einer Businessplan-Vorlage starten, die man um die eigenen Angaben ergänzt.

2. Ein Gründercoach als Unterstützung

Gerade für den Businessplan gibt es professionelle Unterstützung für Freiberufler. Über das KfW-Gründercoaching hat man die Möglichkeit, sich durch einen erfahrenen Unternehmensberater unterstützen zu lassen. Das gilt nicht nur für die organisatorischen Fragen, sondern auch für die “unternehmerischen” Fragen rund um Strategie, Marketing und Kundenakquise. Wer in der Gründungsphase mit einem professionellen Unternehmensberater zusammenarbeitet, hat gute Chancen, sich am Markt zu behaupten und nicht “blind” die klassischen Anfängerfehler zu begehen.

Unser Tipp: Nutzen Sie eine Gründercoach-Datenbank und nehmen Sie Kontakt zu einem Gründerberater in Ihrer Nähe auf. In einem ersten Gespräch können Sie klären, wie der Berater oder die Beraterin Sie unterstützen kann. So haben Sie einen Profi an der Seite.

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