“Warum spielt das Thema “Konto” für mich eine Rolle? Es ist doch egal, wo ich mein Geld parke. Früher ist das Gehalt doch auch immer aufs private Girokonto geflossen. Und ein Geschäftskonto kostet doch nur Geld. Außerdem habe ich keine Lust, mich mit solchen Sachen zu beschäftigen!”

Das sind die klassischen Argumente, die man immer wieder hört. Aber sie greifen zu kurz. Denn das Thema Konto ist mehr als nur eine Frage, welche Karte man beim Supermarkt zückt. Es geht darum, wie man seine Finanzen grundsätzlich sortiert. Es geht darum, wie man mit seinem Geld wirtschaftet – und wie man sich darüber finanzielle Freiheiten erarbeitet.

Warum macht eine Trennung Sinn? Drei Argumente!

Überblick

Man gewinnt als Freiberufler einen richtigen Überblick über seine kompletten Finanzen. Man sieht sofort, welche Rechnungen beglichen worden sind und welche noch nicht. Der ganze „Steuerkram“, den man als Freiberufler machen muss, geht viel schneller von der Hand. Auch der Steuerberater hat weniger Arbeit. Weil man sich mit seinen privaten und beruflichen Ausgaben auseinandersetzt, erkennt man Einsparpotenziale. Wer seine Kosten reduziert, erhöht seine Gewinnspanne. Solch ein Überblick fehlt den meisten Freiberuflern. Sie leben stattdessen von der Hand in den Mund und schieben das Chaos vor sich her. Weil sie keinen Überblick haben.

Finanzielle Sperre

Durch das „Gehalt“, das man sich wie ein Festangestellter per Dauerauftrag überweist, hat man sich eine „Sperre“ eingebaut. Denn häufig läuft es so: Man verdient in einem Monat unglaublich viel – und „gönnt“ sich ersteinmal irgendwelche Dinge, die man eigentlich nicht braucht. Einen Monat später kommen dann Kosten, die man nicht bedacht hat (zum Beispiel die Umsatzsteuerzahlung oder die jährliche Haftpflicht). Gleichzeitig läuft der Monat finanziell schlecht. Sofort entsteht finanzieller Druck. Unnötiger Druck, den man sich hätte sparen können. Durch die Trennung zwischen privaten und beruflichen Ausgaben diszpliniert man sich automatisch selbst.

Rücklagen

Das Geschäftsjahr lief gut? Prima! Dann ist ja eine ganze Stange Geld auf dem Konto übrig geblieben. Jetzt kann man sich etwas „gönnen“ und eine bestimmte Summe aufs eigene Girokonto überweisen. Oder man legt das Geld gezielt zurück, zum Beispiel auf ein Tagesgeldkonto. So kann man sich berufliche Rücklagen aufbauen, dass man irgendwann vielleicht drei, sechs oder zwölf Monate ohne Einnahmen leben könnte. Die Rücklagen geben Sicherheit. Wer irgendwann aus persönlichen oder beruflichen Gründen seinen Job nicht mehr ausüben kann (Krankheit, Unfall, berufliche Neuorientierung), der kann sich in Ruhe eine Auszeit nehmen und dann seinen Neustart vorbereiten und durchführen.

Fazit: Als Freiberufler trennt man seine privaten und beruflichen Einnahmen und Ausgaben. Auf den Rechnungen, die man seinen Kunden schreibt, steht die Kontonummer des Geschäftskontos. Alle beruflichen Einnahmen und Ausgaben werden auf dem Geschäftskonto verbucht. Jeden Monat überweist man sich per Dauerauftrag ein persönliches, festes “Gehalt” auf sein privates Girokonto. Im Supermarkt zückt man die Karte vom privaten Konto.

Geschäftskonto-Vergleich

Es gibt verschiedene Anbieter von Geschäftskonten. Wer viele Buchungen hat, für den lohnt sich ein Geschäftskonto, bei dem die Buchungen kostenlos sind. Wer vergleichsweise wenig Buchungen hat, der sollte sich für ein Geschäftskonto entscheiden, bei dem man eine niedrige Monatsgebühr zahlt und einige Cent pro Buchung.

Bekomme ich einen Dispo-Kredit?

Wer sich als Freiberufler selbstständig macht, der sollte sich keinen Illusionen hingeben: Die Banken sind in der Regel keine Fans von Freiberuflern. Immer wieder hört man von Bankgesprächen, in denen Freiberufler keinen Kredit und auch keinen Dispo bekommen – egal ob auf dem privaten Girokonto oder auf dem Geschäftskonto.

Vor allem in der Startphase, wenn man noch keine regelmäßigen Einnahmen hat, können Banken „zurückhaltend“ reagieren, um es freundlich auszudrücken. Spiegel Online hat vor einiger Zeit über die schwierige Situation geschrieben („Wie Banken Freiberufler benachteiligen“).

Für Freiberufler heißt das letztlich: Man muss sich selbst durchbeißen und dafür sorgen, dass Einnahmen reinkommen. Zum Beispiel indem man daran arbeitet, neue Kunden zu gewinnen. Mehr dazu in unserem Kapitel „Kundenakquise“.

Aller Anfang ist schwer… Aber es lohnt sich!

Ein Argument, das Eingangs nicht genannt wurde: Der Anfang ist schwer. Denn meistens muss man als Freiberufler eine persönliche Inventur machen. Das heißt: Alle Kosten müssen erst einmal aufgelistet werden, am besten in einer Excel-Tabelle. Dazu gehören auch einmalige Kosten (wie Jahresgebühren) oder Kosten, die quartalsweise abgebucht werden. Und zu den beruflichen Kosten gehören viele Dinge: Büromiete, Internet, Telefon, Versicherungen für Freiberufler, Steuerberater-Rechnungen, Reisekosten, und und und. Auch die privaten Kosten müssen exakt aufgelistet werden. Denn nur so weiß man, wie viel “Gehalt” man benötigt, das man sich pro Monat per Dauerauftrag überweist.

Nachdem Sie Ihr Geschäftskonto eingerichtet haben, ändern Sie Ihre Daueraufträge und Einzugsermächtigungen. Häufig reicht ein einfacher Brief, zum Beispiel an die Versicherung, dass man eine neue Kontonummer hat. Das alles muss einmal gemacht werden – danach läuft es wieder wie von selbst.

Diese Anfangsphase kostet zwar Zeit. Aber die verlorene Zeit holt man sich schnell wieder zurück. Spätestens bei der nächsten Steuererklärung, die auf einmal locker von der Hand geht. Oder bei der Überprüfung, ob alle Rechnungen beglichen worden sind. Wie viel Zeit man spart, merkt man zum Beispiel, wenn man seine Arbeitszeiten festhält – zum Beispiel in einer Exceltabelle. Die Zeiten für “Organisation” werden sinken und sinken und sinken…

Genau diese Zeit kann man mit anderen Dingen füllen: Zum Beispiel mit Sport, Kaffee trinken, Freunde treffen 🙂 Es macht Sinn, sich zu belohnen. Denn wer die freie Zeit nur mit neuer Arbeit zustopft, dem macht das Arbeiten irgendwann keinen Spaß mehr.

Ist ein Geschäftskonto Pflicht?

Viele Freiberufler – vor allem Kreative – nutzen ihr privates Girokonto für ihre geschäftlichen Dinge mit. Viele von ihnen arbeiten nebenberuflich und schreiben weniger Rechnungen. Andere wollen ihre Finanzen einfach nicht trennen – trotz aller Vorteile.

Sie fragen sich: Ist es jetzt wirklich Pflicht, ein Geschäftskonto zu eröffnen – im Sinne einer gesetzlichen Bestimmung?

Auf dem Unternehmerportal „Förderland“ gibt es dazu einen Fachbeitrag. Die kurze Fassung: Wer eine Kapitalgesellschaft (also etwa eine GmbH) gründet, der ist gesetzlich dazu verpflichtet. Bei Freiberuflern gibt es wohl weniger strenge Regeln. Es kommt aber immer auf die Geschäftsbedingungen der Bank an. Häufig hört man, dass die Bank erst einmal nichts macht, wenn auch berufliche Einnahmen über das Privatkonto fließen.

Aber es sei noch einmal gesagt: Für den Überblick und den professionellen Umgang mit Geld, macht ein Geschäftskonto definitiv Sinn. Zumal es auch Banken gibt, die Geschäftskonten für Freiberufler kostenlos sind… Siehe die Angebote, die oben in der Tabelle zusammengestellt sind.

Ein kostenloses Geschäftskonto ist allerdings die Ausnahme! Im Normallfall werden für ein Geschäftskonto mehr Gebühren fällig als für private Girokonten.

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